Ihr musstet nun wirklich viiiiel zu lange auf einen neuen Beitrag warten! Sorry dafür! Ich versuche trotzdem mal, chronologisch zu berichten. Zum Schreiben sitze ich gerade an unserem Wohnzimmertisch. Da es schon fast 22 Uhr ist, ist es draußen dunkel und ich sehe die beleuchteten Hochhäuser auf der anderen Seite vom Fluss. Noch hat mich keine Kakerlake besucht – ich habe nun auch das gute Zeug von Bayer in die Türen gespritzt und 2 Stunden später lag schon eine Tod daneben. Ich glaube, ich bekomme das jetzt in den Griff 😉 Am nächsten Tag war zwar eine im Gästebad und ich verstehe immer noch nicht, wie zum Teufel die dorthin gekommen ist, aber wie unsere chinesische Nachbarin sagt: Siehst du eine Kakerlake, brauchst du mehr Fallen – oder in meinem Fall mehr von der Bayer-Paste! Das nehme ich demnächst mal in Angriff. Aber genug dazu, wir haben viel erlebt und das ist natürlich wesentlich interessanter als meine Kammerjäger-Aktivitäten. 😉
Am 18.08.2022 waren wir mit einigen von Thomas‘ Kollegen beim Bowling und danach noch chinesisch essen. Thomas hat sich sogar an diese chinesisch zubereiteten Eier getraut, die schwarz eingefärbt waren. Ich muss noch mal rausbekommen, wie das Gericht heißt. Ich habe sie nicht probiert, ich bin ja aber noch eine Weile hier. 😉 Am nächsten Tag war mittags jemand bei uns in der Wohnung, der unseren runden Tisch abholen sollte, weil wir den aufgrund schlechter Qualität zurückschicken wollten. (Der Mann sollte vormittags kommen und schrieb mir dann, er komme nachmittags, weil es regnet. Ja, weil es regnet. Er kam dann nach Diskussion doch mittags.) Unsere Chinesisch-Lehrerin, Vivian, hat uns sehr geholfen, das ganze über Taobao abzuwickeln. Dann sollte das Zurückschicken aber mehr als die Hälfte des Wertes vom Tisch kosten, also habe ich den Mann wieder weggeschickt und der Tisch blieb hier. Die Kommunikation lief wieder über WeChat-Übersetzer, was häufig sehr müßig ist. Die Übersetzungen sind wirklich seltsam. Möglicherweise ist es besser, wenn vom Chinesischen ins Englische übersetzt wird, aber mein WeChat übersetzt ins Deutsche und ich habe noch nicht rausgefunden, wie ich Englisch eingestellt bekomme… Während der Mann hier war, ist Aurelia noch vom Stuhl gefallen und hat geweint und ich war danach total bedient. (Der Tisch ist übrigens immer noch hier und ich versuche jetzt, ihn privat weiterzuverkaufen 😉 ). Abends war dann aber das Get Together der MTU, was meine Stimmung deutlich gehoben hat. Wir waren in der London Lounge, die etwa 45 Minuten Fahrzeit von uns entfernt – in Tangjia – ist. Der Abend war sehr schön und man hat auch die Leute kennengelernt, die man vorher noch nicht gesehen hatte. Auch das Essen war super und die Location hat uns sehr gut gefallen! Den Rückweg bin ich dann auch das erste Mal Auto gefahren. Nachts bzw. spät abends geht das ganz gut, weil wenig Verkehr ist. Tagsüber muss ich noch ausprobieren. 😉


Am nächsten Tag sind wir nach Shenzhen gefahren, worauf wir uns schon total gefreut haben. Der Verkehr ist schon vor Shenzhen deutlich stärker, aber wir haben sogar überall in Shenzhen, wo wir hin wollten, einen Parkplatz gefunden. Wir sind zunächst in eine Mall gefahren und haben bei Starbucks unsere Lieblingsgetränke – Oat Milk Coffee Latte und Oat Milk Hot Matcha Latte – getrunken. Danach sind wir weiter ins Oil Painting Village gefahren. Das ist ein ziemlich großer Bereich mit vielen kleinen Straßen und Gassen, in denen Künstler ihre Bilder verkaufen. Wir hatten richtig Spaß dabei, durch die Gassen zu schlendern. Alles kann man sich gar nicht anschauen, so viele Künstler gibt es dort. Wir haben aber dennoch einen wirklich tollen Künstler gefunden, bei dem wir zwei Bilder gekauft haben. Er hatte auch wunderschöne Zebrabilder (ihr wisst ja, ich liebe Zebras), aber die waren doch etwas zu groß. Unser Affenbild und der bunte Löwe sind aber genauso schön und hängen nun in unserer Wohnung. Vor allem an den Affen kann ich mich gar nicht satt sehen! Als der Maler die Bilder für uns verpackt hat, konnte Thomas sehen, wie eine kleine Kakerlake unter die Folie gehuscht ist. Natürlich. Was auch sonst. Er hat die Bilder dann am nächsten Tag vor der Wohnungstür – mit Anti-Kakerlaken-Spray bewaffnet – geöffnet und sie erfolgreich eliminiert!






Vom Oil Painting Village sind wir ins Hotel gefahren. Dort hat Thomas sich vor dem Hotel hinter ein paar andere parkende Autos gestellt. Von dort wurden wir aber wieder weggewedelt. Zurecht, es gab ein großes Parkhaus, aber der Mann sprach nur chinesisch und wir sind mit unserem chinesisch noch ganz am Anfang – das mit der Kommunikation kann hier wirklich, wirklich energieraubend sein… Unser Hotel war direkt an der sogenannten Sea World. Dort gibt es bspw. die Bäckerei Thomas, bei der wir natürlich ein paar Sachen gekauft haben! Danach sind wir etwas rumgeschlendert und haben die vielen Restaurants bestaunt. So viele internationale Restaurants auf einmal haben wir lange nicht mehr gesehen! Gegessen haben wir dann im „Haxnbauer“ – Würstchen, Käsespätzle (naja, eher Spätzle Carbonara) und Bier für Thomas. Viele Chinesen haben tatsächlich Haxe bestellt und einmal wurde es mit großem Taram und Kuhglockenläuten serviert. Das führte auch zu einem lustigen Missverständnis zwischen Thomas und mir: Ich war fasziniert von einem Kellner, der Locken hatte und meinte „Chinesen mit Locken sieht man ja auch nicht oft“, Thomas hat allerdings „Glocken“ statt „Locken“ verstanden. Nunja. Wir haben uns zumindest ziemlich beömmelt. Zum Nachtisch gab es dann noch Apfelstrudel und wir waren alle drei rundum zufrieden! Unser Hotelzimmer war auch toll und wir haben alle drei soooooo gut geschlafen!




Am nächsten Tag waren wir in einem weiteren Künstlerviertel, dem OCT-LOFT, welches uns auch sehr gut gefallen hat! Man kann dort wunderbar herum schlendern und vergisst dabei völlig, dass man sich in einer Millionenstadt befindet. Nachdem wir uns dort unsere Starbuckstasse für unsere Sammlung geholt haben, waren wir einen richtig leckeren Kaffee im Gee Café trinken. Vom OCT-LOFT sind wir in den COCO-Park gefahren und im Restaurant 1886 Burger essen gegangen. An der Decke hängt ein rotes Auto, das sich dreht. Aurelia fand das sehr seltsam und sie wollte deshalb lieber auf meinem Schoß sitzen. Dabei hat sie immer auf das Auto gezeigt und „da“ gerufen. Autos hängen ja eigentlich auch nicht an der Decke, oder?;-)
















Dann ging es auch schon wieder zurück – Shenzhen ist von uns aus ja nur 1,5 – 2 Stunden mit dem Auto entfernt. Der kurze Ausflug hat uns richtig gut gefallen und wir werden definitiv noch öfter nach Shenzhen fahren! Bei unseren Ausflügen überlegen wir schon immer, was wir unseren (hoffentlich) zukünftigen Gästen zeigen wollen und Shenzhen gehört auf jeden Fall dazu!:-) Nun sind manche Bereiche von Shenzhen aber erst einmal wieder im Lockdown – da waren wir wohl genau rechzteitig noch da!

Toll, wieder zu lesen, wie ihr die Gegend erkundet – das ein oder andere weckt schöne Erinnerungen 🙂 Wie haben denn die Eier geschmeckt? Waren das die Hundertjährigen (habe ich mich nie getraut)? Diese Künstlerviertel und -gassen fand ich auch toll, man findet so vieles in irgendwelchen Winkeln und Kammern – die Bilder hängen treu in meinem Wohnzimmer.
Ich glaube schon, dass das diese Hundertjährigen waren. Ich habe mich auch nicht getraut 😀 Ich befürchte auch, dass ich manche Dinge hier nicht probieren werden. Hühnerfüße zum Beispiel 😉 In Das Künstlerviertel möchte ich unbedingt noch einmal. Momentan ist es mit dem Reisen wieder nicht so einfach, aber ich hoffe auf Dezember!