Vom 14. – 20. Dezember 2022 waren wir in Yunnan und haben dort Urlaub gemacht. Claudia und Jürgen waren auch dabei und wir hatten ein paar sehr schöne Tage zusammen! Thomas hat uns die Tour über China Highlights gebucht, einem Reiseanbieter für China. Das war die erste geführte Tour unseres Lebens – Thomas hatte sie gebucht, als man noch die ganzen Health Codes und Corona-Tests brauchte. Wir hatten für unseren Urlaub in Yangshuo den Health Code für Guanxi benötigt und mussten dort zwei Tests machen lassen. Da hier in China kaum einer Englisch spricht, war es da schon schwierig, die Teststation zu finden, und hätten uns nicht beide Male Leute geholfen, wären wir da wahrscheinlich mehrere Stunden mit beschäftigt gewesen. Einen local guide zu haben war für uns also vor Abreise schon eine gefühlte Erleichterung. Zwar brauchten wir dann weder Tests noch Health Codes, weil kurz vor Abflug von einem Tag auf den anderen keine Corona-Regelungen mehr gültig waren, aber schön war es trotzdem einen Fahrer und eine Reiseführerin dabei zu haben und sich einfach mal „führen“ zu lassen. Auch die Hotels waren alle schon gebucht und so wussten wir sicher, dass wir nicht weggeschickt werden würden (es gibt Hotels, die keine Ausländer nehmen, und diese Erfahrung möchte ich nicht persönlich machen). Die Tour liegt nun schon länger zurück, einen (wenn auch nicht so detaillierten) Bericht und die tollen Fotos möchten wir euch aber nicht vorenthalten!
Tag 1: Ankunft in Kunming
Wir sind mit dem Taxi zum Zhuhai Airport gefahren und von dort zum Flughafen in Kunming geflogen. Wir kamen dort gegen 20:15 Uhr an und wurden von unserer Reiseführerin, Qing, abgeholt. Zum Hotel sind wir dann noch mal 40 Minuten gefahren, sodass es schon sehr spät war. Zum Glück hatten wir belegte Baguettes von Papa Romantic und ein paar gekochte Nudeln dabei, sodass Aurelia und ich im Hotelzimmer etwas gegessen haben und ich Aurelia ins Bett bringen konnte. Thomas, Jürgen und Claudia sind mit Qing noch zum Suppe essen rausgegangen. Das New Era Hotel war etwas „plüschig“ und am Sessel klebten diverse schwarze Haare – ist ja so gar nicht meins! Sehr witzig war aber die Tatsache, dass das Hotel seinen Gästen Kondome zur Verfügung stellt. Das war in den anderen Hotels tatsächlich auch so. Haben wir auch noch nicht erlebt.




Tag 2: Stone Forest, Dianchi Lake und Dali
Der Stone Forest war sehr beeindruckend! Überall finden sich Felsformationen, die an etwas erinnern. Schildkröten, Elefanten, Queen Elizabeth II. – alles war vertreten! Auch versteinerte Korallen kann man finden. Der Stone Forest ist – sofern nicht überlaufen und da hatten wir Glück, da Yunnan sich erst eine Woche vor unserer Ankunft wieder für Tourismus geöffnet hatte – eine wahre Oase der Ruhe. Mit Tour Guide ist man natürlich immer etwas unter Strom, wir hatten auch ein wirklich volles Programm. Im Nachhinein würden wir ein paar Attraktionen rausnehmen und die Tage etwas entspannter gestalten.




















Vom Stone Forest sind wir zum Dianchi Lake gefahren. Dort konnte man Möwen füttern, die einem das Futter direkt aus der Hand gepickt haben – und die Möwen waren wirklich vorsichtig! Kennt man sonst gar nicht von Touristen-erprobten Möwen, die einem an der Nordsee räuberisch die Pommestüten aus der Hand reißen. Es ging dann mit dem Zug direkt weiter nach Dali. Am Bahnhof war ich total genervt, weil ständig jemand behauptet hat, ich hätte ein Messer im Rucksack. Und irgendwann hat es endlich Klick in meinem Kopf gemacht: Mein Taschenmesser! In meinem großen Reiserucksack ist das einfach immer dabei und im Flugzeug ist es ja auch kein Problem, ein Taschenmesser im aufzugebenden Gepäck zu haben. Dass in China das Gepäck auch bei Zugfahrten gescannt wird und man dann bestimmte Dinge nicht dabei haben darf hatte ich nicht auf dem Schirm. Zum Glück war es klein genug und durfte dann doch mit.












Tag 3: Ancient City of Dali, Houses of Bai People in Xizhou, Bai Minority Tie-Dyeing, The Scenic Area of Erhai Lake, Three Pagodas
In Dali hatten wir ein ganz nettes Hotel, das Atour Hotel Dali Ancient City. Leider ging es Aurelia nicht besonders gut, sodass ich schon eingeplant hatte, mit ihr im Hotel zu bleiben. Als Thomas vom Frühstück zurück kam, war sie aber schon wieder fit und wir sind doch mit, was sich wirklich gelohnt hat! Dali ist total schön und wir haben ein paar Tücher gefärbt (@Jürgen, wenn du das liest: meinst du, es ist nach dir noch jemandem passiert, die Tischdecke aus Versehen mit an das Tuch zu nähen?;-) ). Ein obligatorischer Stopp an den „Three Pagodas“ gehörte natürlich auch dazu. Wir sind zudem über einen Markt gelaufen, und an dem Abend konnte ich dann einfach kein Fleisch essen. Ich war zudem auf der interessantesten Toilette meines Lebens (und ich würde behaupten, dass ich schon einige exotische Exemplare gesehen habe): Die Toilette bestand aus einem Wasserlauf und ein paar niedrigen Mauern, hinter die man sich gehockt hat. Tipp: Nehmt immer den vordersten Platz.























Tag 4: Shaxi
Mit dem Auto ging es nach Shaxi, wo es dann noch kälter war als in Dali, weil Shaxi schon deutlich höher liegt. Dieses Dorf ist aber ein absolutes Muss, finde ich! So schön, so ruhig, so idyllisch! Wir haben einen Tempel angeschaut und dann einen ausgiebigen Spaziergang gemacht. Auch hier war unser Hotel sehr hübsch, nur das Frühstück war etwas mager… und es war kaaaaaalt, weil die Fenster überall offen waren (wahrscheinlich wegen COVID19).

















Unsere Reiseführerin war hier Daisy, die wirklich klasse war! Sie hat von Aurelia auch direkt ein deutsches Wort gelernt: Autoooooo!:-)
Tag 5: Lijiang
Dann ging es weiter und noch mal ein paar Höhenmeter (auf 2400m) machen! Lijiang war der letzte Stopp vor Shangri-La, wo wir unbedingt hin wollten. Auf der Autofahrt nach Lijiang ging es Aurelia allerdings wieder nicht so gut, was die Nächte davor auch schon der Fall war. Wir haben das Programm in Lijiang für uns dann erst einmal etwas abgespeckt und Jürgen und Claudia sind alleine zu diversen Programmpunkten gefahren. Wir sind aber später zusammen essen gegangen und auch das Essen hier war einfach unglaublich lecker!! Natürlich haben wir auch Yak gegessen, wofür die Region bekannt ist.
Am nächsten Tag sollte es auf einen mit Schnee bedeckten Berg und zu weiteren tollen Orten gehen, aber Thomas ging es nachts dann auch nicht mehr gut (und Aurelia weiterhin nicht). Wir haben hin und her überlegt und waren uns nicht ganz sicher, ob wir uns nun vielleicht doch Corona eingefangen hatten – wie so gut wie jeder andere im Land, weil COVID19 plötzlich zu einer Erkältung erklärt wurde und sämtliche Regeln aufgehoben worden sind. Wir haben dann beschlossen, unsere Reise vorzeitig abzubrechen. Claudia und Jürgen sind am nächsten Tag weiter nach Shangri-La gefahren und wir nach Kunming und von dort nach Shenzhen geflogen. Vorher haben wir uns aber noch eine Erinnerung gekauft: Ein wunderschönes Bild von einem tibetanischen Künstler. Das hängt jetzt in unserem Wohnzimmer. Natürlich haben der Künstler und seine Frau uns noch auf Tee und Yunnan-Äpfel eingeladen – die chinesische Gastfreundschaft 🙂














Später hat sich übrigens herausgestellt, dass wir tatsächlich Corona hatten. Vielleicht holen wir Shangri-La während unserer Zeit in China noch nach. Dann aber vielleicht nicht unbedingt im Winter – obwohl die Kälte auch ganz nett war. 😉 Aber auch ohne Shangri-La (und trotz Corona) war die Reise – mit tollen Weggefährten – einfach super!
